Interessengemeinschaft "Ueberauer Heimatgeschichte"



Durch eine Initiative hat sich im April 2006 eine Interessengemeinschaft "Ueberauer Heimatgeschichte" gebildet.Wir treffen uns monatlich und tauschen Informationen zur Ortsgeschichte und zu angrenzenden Themen aus. Auch werden Anekdoten und Vergnügliches aus der Vergangenheit und Gegenwart zum Besten gegeben.



Einladung zu einem monatlichen Treffen:

Treffen der Interessengemeinschaft "Ueberauer Heimatgeschichte"

Die IG „Ueberauer Heimatgeschichte“ trifft sich wieder am Mittwoch, 27. Oktober, im Gasthaus Baltz in Ueberau um 19.00 Uhr (an jedem letzten Mittwoch eines Monats).
Was ist ein „frithof“? Was hat dieser Begriff mit Ueberau zu tun? Man spricht u. a. über dieses Thema und versucht, weitere Informationen darüber herauszufinden.
Übrigens: bei dem letzten Stichwort „Stapel-Theorie“ handelt es sich um eine Erklärung für den Zweck der Steinmetzzeichen.

Auch wird wieder ein rätselhafter Gegenstand vorgestellt und nach dem Motto das "Dings vom Dach" intensiv und ausgelassen darüber diskutiert.

Jeder ist herzlich willkommen. Man spricht über „Dies und Das“, fachsimpelt über die Ortsgeschichte und amüsiert sich mit Anekdoten. Dabei geht es stets locker und unterhaltsam zu. Jeder – Einheimische oder Zugezogener, Alt und Jung – lernt interessante Dinge über den Ort Ueberau kennen.

Wie immer, sind neue Gesichter und Interessenten herzlich willkommen! Informationen finden sich auch im Internet unter www.ueberau.de

Wir treffen uns an jedem letzten Mittwoch eines Monats  um 19.00 Uhr im Gasthaus Baltz.
"Neue Gesichter" (Einheimische und Zugezogene) sind gerne willkommen.



So unterhaltsam und informativ geht es bei uns alle vier Wochen zu . . .



Bei jedem Treffen sprechen wir über ein Stichwort, das sich stets auf Ueberau bezieht.



Wir versuchen, unbekannte Gegenstände zu erraten nach dem Motto "Das Dings vom Dach" aus Ueberau.


Übrigens: Am "Dalles" in Ueberau (Ecke Wilhelm-Leuschner-Straße / Karl-Marx-Straße) befindet sich der Schaukasten der IG "Ueberauer Heimatgeschichte" ....
Hier findet man Informationen zu Ueberau und seiner Geschichte.


Zum Jubiläum "700 Jahre Ueberau" konnten wir im Jahre vom 15. bis 17. Juli 2005 die erste Foto-Ausstellung durchführen:

1. Ueberauer Foto-Ausstellung

Seitdem führen wir am Kerbwochenende jährlich eine Foto-Ausstellung durch, die von der Bevölkerung gut angenommen wird:

2. Ueberauer Foto-Ausstellung

3. Ueberauer Foto-Ausstellung

4. Ueberauer Foto-Ausstellung

5. Ueberauer Foto-Ausstellung mit historischen Fotos

6. Ueberauer Foto-Ausstellung mit historischen Fotos und landwirtschaftlichen Geräten



Bericht des Darmstädter Echo vom 5. August 2010:


Über Ortstypisches und Kurioses unterhält sich die Interessengemeinschaft Ueberauer Heimatgeschichte einmal im Monat.
Foto: Karl-Heinz Bärtl

Von Uznamen und Fachwerkbauten

05. August 2010 | lot
Vereinsporträt: Die Interessengemeinschaft Heimatgeschichte thematisiert in Ueberau Wissenswertes und Kurioses

UEBERAU. Ein Dutzend Männer und Frauen haben sich im Gasthof Baltz versammelt, genießen ein Glas Wein und tauschen Erinnerungen aus. Sie sind durchweg älteren Jahrgangs, Thomas Thierolf (44) ist der Jüngste der Runde.
In der 2006 gegründeten Interessengemeinschaft (IG) Ueberauer Heimatgeschichte hat Wolfgang Bertrams die Rolle des Koordinators inne. Monatlich treffen sich die Mitglieder im Gastraum von Wirtin Ria Baltz (79) und ihrer Tochter Doris, zur Kerb installiert die IG, die eigentlich kein Verein ist, alljährlich historische Fotoausstellungen. ,,Wenn wir Geschichte nicht lebendig halten, nicht weitererzählen und aufschreiben, geht sie verloren", sagt Bertrams. Der Hobbyhistoriker recherchiert mit Gleichgesinnten auf der Spur der Vergangenheit, sammelt Anekdoten und hält den Wortschatz der ,,Iwweroer" lebendig.
Ein Kurzreferat steht beim Mittwochstreffen ebenso auf der Tagesordnung wie das Enträtseln kurioser Gegenstände aus dem Fundus alteingesessener Familien. Mündlich Überliefertes wird in Gesprächen wachgerufen. Vom ,,Eck-Heiner" ist die Rede, von den ,,Hutzels" oder von ,,Hejmanns Irene". Bertrams: ,,Uznamen gehören untrennbar zur Dorfgeschichte. Sie haben ihren Ursprung in der Familiengeschichte oder in Eigenheiten ihres Trägers und werden über Generationen weitergegeben. Wer fremd ist im Ort, versteht oft nicht, von wem die Rede ist." Rundum wird zustimmend gelacht.
Bertrams leitet zum Vortrag über: ,,Was ist ein Andreaskreuz?" Da sprudeln die Antworten. ,,Der Name besagt, dass der Apostel Andreas an einem Kreuz mit diagonalen Balken gestorben ist", verweist eine alte Dame auf Religionsgeschichte. Helmut Pätzold benennt das Andreaskreuz, das als Verkehrszeichen an Bahnübergängen steht, sein Nachbar erzählt vom diagonalen Kreuz als Gefahrensymbol für chemische Stoffe. Auch Flaggen mit Andreaskreuz werden genannt, ebenso kennt man das Kreuz als Markierung von Wanderwegen.
Bertrams führt aus: ,,Historisch interessant ist das Andreaskreuz als Stützbalken im Fachwerkbau." Auf dem Bildschirm zeigt er digitale Fotos von Ueberauer Häusern. ,,Das ist das Haus vom Knell, das Richtung Lengfeld steht", ordnet Wirtin Ria Baltz das Andreaskreuz aus Fachwerkbalken zu. Bertrams bestätigt: ,,Es scheint das einzige Andreaskreuz im Ueberauer Fachwerkbau zu sein, das stützende Funktion hat. Ich habe andere entdeckt, die aber reine Zierde sind."

Kleiber sind nicht nur Vögel
Nun wird über Hausbau und Sanierung gefachsimpelt, worin viele kundig sind, hat man doch das Großeltern- oder Elternhaus eigenhändig ausgebaut. ,,Das älteste Fachwerkhaus Deutschlands stammt aus dem 13. Jahrhundert, ab dem 16. Jahrhundert entstanden sie nicht nur auf dem Land, sondern auch vermehrt in Städten", referiert Bertrams. Er schließt eine weitere Frage an: ,,Was ist ein Kleiber?" Prompte Antwort: ,,Ei, das ist doch der Vogel, der die Bruthöhle mit Lehm verklebt." Thomas Thierolf ergänzt: ,,Kleiber hießen auch die Handwerker, die Lehmwände bauten. Die Gefache zwischen den Holzstreben wurden mit Lehmstrohballen gefüllt."

Nun kommt historisches Zubehör aus der Haus- und Landwirtschaft zum Rätseln auf den Tisch. Darunter sind der schwere Eisenhammer, mit dem das Glöckner-Käthchen zum Gottesdienst rief und Großmutters hölzerner ,,Ladwerge-Rührer". Eine chromblitzende Dose mit Siebeinsatz weckt Neugier. Heinz Knecht verrät: ,,Das ist ein Prüfsieb, mit dem die Qualität des Getreides untersucht wurde. Man nahm eine Probe Korn und trennte durch Schütteln die Spreu vom Weizen." Landwirtschaft hatte früher Ernährerfunktion im Dorf, wird erzählt. ,,In jedem Haus gab es Vieh. Jetzt haben wir noch drei Vollerwerbsbauern und längst nicht jeder hat einen Gemüsegarten", sagt Gertrud Riebel (83). Die ehemalige Kindergärtnerin hat einst viele ,,Iwweroer" unter ihre Fittiche genommen. Doris Baltz serviert noch mal Getränke, denn die gesellige Runde mag noch lang nicht auseinander gehen. Neulinge sind bei den Abenden der Interessengemeinschaft Heimatgeschichte jeweils am letzten Mittwoch jeden Monats ab 19 Uhr im Gasthof Baltz willkommen. (lot)