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1. geführter Dorf-Rundgang durch Ueberau



Am Samstag , dem 26. Mai 2008 hatten sich etwa 75 Personen am Platz der ehemaligen Ueberauer Mühle zum 1. Dorf-Rundgang eingefunden. Wolfgang Bertrams führte durch den alten Ortskern und wusste viel Interessantes zu berichten.
Zunächst wurde ein kurzer Überblick über die Ortsgeschichte vorgetragen: seit ca. 5.000 Jahren leben hier Menschen. Allerdings datiert die erstmalige urkundliche Nennung erst auf das Jahr 1305; Graf Eberhard von Katzenelnbogen beschreibt die Mitgift seiner Tochter Bertha.

Nach einem großen Zeit-Sprung zum grausamen 30-jährigen Krieg berichtete Bertrams über die politische Trennung der Gemeinden Reinheim und Ueberau im Jahre 1862. Aus dem Reinheimer Stadtarchiv hatte er Abbildungen von drei Ueberauer Wappen mitgebracht, die natürlich Sandhasen zeigen und die leider nie offiziell eingeführt wurden.

Über die Ueberauer Mühle (Dieters Mühle) wurde ausführlich vorgetragen. So gilt das Jahr 1623 zwar als offizielles Datum des Mühlenbaus; allerdings wird die Mühle in verschiedenen Dokumenten bereits 55 Jahre früher erwähnt.

Zwischendurch wurde die Führung durch Anekdoten aufgelockert. So sollen in früheren Zeiten betrügerische Bäcker das schwere, zu weißem Pulver gemahlene Schwerspat unter Kornmehl gemischt und verkauft haben (natürlich nicht in Ueberau!).

Entlang der sehenswerten Wilhelm-Leuschner-Straße wurde auf die ehemalige Schule von 1820 hingewiesen, die im Jahre 2005 durch die heutigen Besitzer renoviert wurde. Weiter ging es zur Ev. Kirche: das "Wersauer Türchen" mit seinen Wetzrillen wurde erklärt und die Bedeutung der Steinmetzzeichen am Kirchenportal und im Kirchen-Inneren. Eine Kirchenführung durch Kirchenvorstand Herbert Plöger ergab interessante Einblicke in Geschichte und Ausstattung dieser Kirche.

Weiter ging es bis zur Gabelung der W.-Leuschner- und der Brensbacher-Straße. Dort wurde über die erste Schule 1718 (Delp'sches Haus) und die an dieser Stelle im Jahre 1899 neu erbaute Schule informiert. Das an der Gebäudefront angebrachte Denkmal erinnert an den Ueberauer Kriegerverein 1870/71.

Anschließend hatten 2 Familien ihre Hoftüren geöffnet; so konnte eine Tür mit einem Wappenstein von 1604 bestaunt werden. Die dort vorhandenen Initialen "H.L." sollen von Vorfahren des berühmten Chemikers Justus von Liebig stammen. Einige Häuser weiter wurde eine zweiflügelige Rokoko-Tür aus dem Jahre 1799 bewundert.
Am Ende der W.-Leuschner-Straße wurden die sehenswerten Fachwerkhäuser (Kulturdenkmäler) von 1804 und 1787 betrachtet.

Auf dem Rückweg über das das "Quetschekuchepädche" informierte Gärtnermeister Thomas Thierolf sehr anschaulich und kompetent über Bauerngärten und Quellen.

Die letzte Station des Dorf-Rundgangs, der unter der Federführung des Ortsbeirates stand, war das alte Wehr an der Gersprenz. Hier erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über das Flüsschen: Quelle, Länge und Mündung wurden ebenso angesprochen wie Herkunft und Bedeutung des Namens "Gersprenz".

Danach wurde auf dem Gelände des Schäferhundevereins ein Imbiss eingenommen, zu dem der Ortsbeirat Ueberau eingeladen hatte. Bei dieser Gelegenheit informierten der Ortsvorsteher Manfred Büdinger und Wolfgang Bertrams über das neue Projekt "Unser Dorf hat Zukunft" und luden ein zur Mitarbeit.

Bei den vielfältigen Informationen, die an diesem Tag geboten wurden, gab es sicherlich interessante Dinge sowohl für Einheimische, Neubürger und auch Menschen aus benachbarten Gemeinden. Da Petrus für gutes Wetter gesorgt hatte, kann man in jeder Hinsicht von einem gelungenen Dorf-Rundgang sprechen.


Treffpunkt am Platz der ehemaligen "Ueberauer Mühle"



 

Begrüßung der Rundgangs-Teilnehmer
durch den "Dorf-Führer" Wolfgang Bertrams

 
 

 

Die Urkunde des Grafen von Katzenelnbogen,
in der Ueberau 1305 erstmals genannt wurde

3 alte Wappententwürfe für Ueberau werden vorgestellt:
sie zeigen (natürlich) Ueberauer Sandhasen

Unterwegs Richtung Reinheim
zur Besichtigung des Forstbergs

Hier wird etwas zum Thema Vulkanologie erzählt

Erläuterungen zum Vulkan "Forstberg"

Informationen über das "Quetschekuche-Pädche"

Vor dem Haus Leuschner-Straße 1
wird ein sog. "Wisch" gezeigt

Die ehemalige Schule in der Wilhelm-Leuschner-Straße 13

Das Wersauer Türchen mit Wetzrillen wird erläutert

Führung durch die Ev. Kirche
durch Kirchenvorstand Herbert Plöger

Hier stand die erste Schule von Ueberau
(das Delp'sche Haus von 1718); und auf das Denkmal
des Kriegervereins Ueberau 1870/71 wird hingewiesen

In diesem Hof befindet sich eine alte Tür
mit einem Wappenstein von 1604

In diesem Hof ist eine geschnitzte, zweiflügelige
Rokokotür von 1799 zu bewundern

Auf diesem Foto erkennt man den ursprünglichen Brunnen
und das schöne Fachwerkhaus von "Frantze"

Erläuterung von Bauerngärten und Quellen
durch Gärtnermeister Thomas Thierolf

Zurück geht es durch das "Quetschekuche-Pädche"

Kurzvortrag über unser Flüsschen "Gersprenz"

Der Ortsvorsteher Manfred Büdinger
und Wolfgang Bertrams informieren
über das Projekt "Unser Dorf hat Zukunft"