Kirche, Kultur und "sonstige Einrichtungen"   -   Die Evangelische Kirche



Das Wersauer Türchen

Am Aufgang zur Kirche, neben der Hofreite Hoferichter, ist in der ehemaligen, den alten Friedhof umschließenden Mauer, das "Wersauer thürgen" eingemauert. Es erinnert daran, daß vor der Reformation Wersau kirchlich zu Reinheim-Ueberau gehörte und daher die Wersauer nach Ueberau zum Gottesdienst mussten.

Der Ueberauer Friedhof, um die Kirche gelegen, hatte damals zwei Eingänge. Durch das kleine "thürgen" an der Brensbacher Straße kamen insbesondere die Wersauer, wenn sie von zu Hause, über die Hundertmorgen kommend, zum Gottesdienst gingen. Daher der Name "Wersauer Türchen". Ob auch die Verstorbenen auf dem Üeberauer Gottesacker bestattet wurden, ist nicht nachweisbar.

Im Jahre 1563, also nach der Reformation wurde der Parachialverband mit Reinheim gelöst, nachdem Wersau vorher schon zu einer Kaplanei erhoben und einen Kaplan für seine kleine Kapelle erhalten hatte. Das war geschehen als Landgraf Philipp in der Obergrafschaft - wozu auch Reinheim und Ueberau gehörte - die Reformation einführte und die Zahl der Pfarreien vermehrte.



Das "Wersauer Türchen" am Aufgang zur Kirche

Auf der rechten Seite des Kirchenaufgangs in der

Wilhelm-Leuschner-Straße ist in der Stützmauer

das sogenannte "Wersauer Türchen" zu sehen.


Ueberau und Wersau waren zur Zeit der Reformation

Tochterkirchen (Filialkirchen) der Mutterkirche Reinheim.


In der Nahaufnahme kann man

das "Wersauer Türchen",

das leider zugemauert wurde,

sowie die Wetzrillen

noch besser erkennen.



In der Detailansicht treten die Wetzrillen deutlich hervor:



Man sagt, dass die in den Krieg ziehenden Soldaten
hier ihre Waffen gewetzt hätten, um mit "göttlicher
Hilfe zu kämpfen".
Wetzkerben erinnern an einen Fruchtbarkeitskult
und Heilzauber.
Früher war es Brauch, Steinstaub von sakralen Gebäuden
abzuschaben und zu Heilzwecken zu verwenden.
Dieser Brauch war über ganz Deutschland verbreitet.